Ausbildung zum Schulbusbegleiter

15 neue Busbegleiter aus den Oberschulen in Lemförde und Rehden

Der Landkreis Diepholz zählt 15 neue, hoch motivierte Schulbusbegleiter (mit Teilnahmebescheinigungen in den Händen) aus den Oberschulen in Rehden und Lemförde. Dass dieses Engagement dem Oberhaupt des Landkreises, Cord Bockhop (Landrat, 4.v.re.), wichtig ist, zeigte sein Besuch. Sein Dank galt Schülern, Lehrern, Ausbildern und Organisatoren.

Der Landkreis Diepholz zählt 15 neue, hoch motivierte Schulbusbegleiter (mit Teilnahmebescheinigungen in den Händen) aus den Oberschulen in Rehden und Lemförde. Dass dieses Engagement dem Oberhaupt des Landkreises, Cord Bockhop (Landrat, 4.v.re.), wichtig ist, zeigte sein Besuch. Sein Dank galt Schülern, Lehrern, Ausbildern und Organisatoren.

Rehden - Ob das Schlichten einer Rangelei an der Haltestelle beim Ein- und Aussteigen oder die Vermittlung im Kampf um die besten Plätze, das sind nur zwei Aufgaben der neuen 15 Schulbusbegleiter. Gestern Morgen wurden die Schülerinnen und Schüler der Oberschule Rehden Schule am Geestmoor und der Von-Sanden-Oberschule Lemförde in Rehden vorgestellt und ausgezeichnet.

Es trafen sich zum Dankeschön sagen, zur Übergabe der Teilnahmebescheinigungen und der Lichtbildausweise für die Schulbusbegleiter acht Schüler aus Rehden und sieben aus Lemförde mit den Teamern Horst Freitag (Weser-Ems-Bus), Martin Herzer (Bus- und Straßenbahn Bremen, BSAG Liniennetz), Andreas Müller (Polizeiinspektion Diepholz), Lisa Schnieders (Koordinatorin im Projekt, Oberschule Rehden), Kirsten Henseleit (Konrektorin Von-Sanden-Oberschule Lemförde) und Verantwortliche Veronika Schlierf beim Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN).

Dreimal Danke sagte Landrat Cord Bockhop den Schülern der siebten bis neunten Klassenstufen, die sich freiwillig für die Mediationsstelle auf dem Schulweg entschieden: „Danke, vielen Dank und wir sind Euch großem Dank verpflichtet.“ Das erste „Danke“ war mit sozialem Verhalten belegt. „Sozial kommt von Sozius, dem Beifahrer, der sich verlässt und dem Fahrer anvertraut“, erklärte Bockhop.

Er lobte, dass die Schüler genau hinschauten bei Streitpotenzial und bereit seien, sich durch Zivilcourage für den Schwächeren einzusetzen oder zu schlichten. Und er motivierte: „Ihr seid jetzt schon so qualifiziert wie einige der rund 1 000 Mitarbeiter im Landkreis, die bei uns regelmäßig auf sozialen Umgang im Arbeitsleben geschult werden.“ Er empfahl wie auch Veronika Schlierf: „Legt einer Bewerbung immer das Zertifikat zum Schulbusbegleiter bei. Das ist viel wert.“

Nicht die Pflicht, sondern die Kür gewählt

Die Zertifikate der Schulbusbegleiter aus dieser Ausbildungsrunde verbleiben bis zum Schulabgang in den Oberschulen. Veronika Schlierf fasste die Ausbildung der Schulbusbegleiter, die gelernt hatten, Konfliktsituationen zu erkennen und zu entschärfen, zusammen: „Ihr habt den wichtigsten aller Schritte schon hinter Euch. Ihr habt Euch freiwillig zum Dienst gemeldet.“ Die Schüler hätten nicht die Pflicht, sondern die Kür gewählt, mit tollen Vorbildern, damit meinte sie die Ausbilder und Beteiligten.

Lemfördes Oberschule ist bereits seit 2012 an dem Programm beteiligt und konnte mehr als 50 Jugendliche als Schulbusbegleiter ausbilden. Rehden kam 2015 zu dem Projekt und hat 17 Jugendliche mit der Profession vorzuweisen.

Den Schulleitern der beiden Schulen sei dabei eine enge Zusammenarbeit sehr wichtig: „Seit wir die Schüler als Busbegleiter haben, ist es sehr viel ruhiger geworden“, sagt Henseleit. Ihr Kollege Rainer Fritzsche von der Oberschule in Rehden ist sehr stolz auf die Schüler und hatte bemerkt: „Es gab während der Ausbildung nie lange Gesichter, sondern nur Spaß.“ Lisa Schnieders beschrieb die Ausbildung im Vorfeld der Präsentation der neuen Schulbusbegleiter als sehr lehrreich mit Intensivtag und Praxisteil. „Der fand sogar in einem Probebus statt. Dort haben wir mit den Schülern Szenen durchgespielt.“
„Gespür für die richtige Dosis bekommen“

Andreas Müller war als Polizeibeamter für die Aufklärung in Sachen Zivilcourage zuständig. „Die Schüler müssen ein Gespür für die richtige Dosis bekommen“, erläuterte er aus der Praxis. Er schulte auch, wann Grenzen erreicht, das Team nicht mehr reiche und die Schüler sich professionelle Hilfe holen müssten.

„Insgesamt haben bundesweit Verkehrsunternehmen sehr gute Erfahrungen mit speziell ausgebildeten Jugendlichen gemacht“, erklärt Schlierf weiter. Leichtsinn und Konflikte könnten im besten Fall der Vergangenheit angehören.

Soweit zu den Verbesserungen durch Engagement von Schülern und Verkehrsbetrieben. Bleibt der Unmut der Schulleiter und Lehrer zur Situation der zu vollen Busse, in denen Schüler auf Bundesstraßen stehen müssen bei im Verhältnis zu hoher Geschwindigkeit. Das sei auch nicht im Sinn der Polizei und Hausaufgabe für den Landkreis.  J sbb

                                                             Quelle: Diepholzer Kreiszeitung vom 25.4.2018